Tag 179 bis 196 – Geschafft!

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Route von Würzburg nach Berlin

Kilometer: 737,59

Fahrzeit:

Ækm/h: 12,0

Insgesamt: 7.221,05 km

Wetter: kalt

Location/Biwak/Camp: Berlin

Gott sprach: „Es werde Licht!“ und es ward Licht. Nicht so in Berlin. Obwohl die Stadt wg. des Festival of Lights in allen möglichen Farben beleuchtet ist bzw. leuchtet, interessieren sich die Fahrradfahrer überhaupt nicht dafür, daran teilzuhaben. In schwarzen Klamotten, ohne Beleuchtung, ohne Helm herrscht hier die absolute Anarchie. Daran muss ich mich erstmal wieder gewöhnen. Ebenso an den Verkehr. In Berlin treffen die dümmsten Fahrradfahrer der Welt auf die dümmsten Taxifahrer der Welt. Was unweigerlich ein 24-Stunden-Chaos verursacht. Trotzdem passiert relativ wenig. Über Berlin kreisen die Schutzengel im Tiefflug; anders kann ich mir das nicht erklären.

Yes, I did it! Nach über 7.200 km bin ich wieder zu Hause. Ich muss mir mein Essen nicht mehr mit Ameisen und Igeln teilen, kann wieder jeden Tag duschen, Nachrichten schauen und einfach den Pizza-Service kommen lassen, wenn ich Hunger habe. Doch der Reihe nach! An meinem letzten Tag in Würzburg stellte ich fest, dass der Rahmen des Tretrollers vorne links gebrochen war. Er hielt noch bis Berlin, aber leider sind weitere Touren damit kaum machbar. Als ich einige Tage später aus Bamberg rausfahren wollte, musste ich einige Bahngleise bei Regen kreuzen. Eigentlich kein Problem für jemanden, der in einer Stadt mit Straßenbahn aufgewachsen ist. Also im rechten Winkel angepeilt und zügig rüber. Klatsch lag ich da! Ergebnis: rechtes Knie und Bein aufgescheuert und stark blutend, rechter Arm aufgescheuert, Prellung an beiden Schultern, linkes Handgelenk verstaucht – kein sicheres Greifen mehr möglich, Kopfschmerzen mit Sehstörungen (leichte Gehirnerschütterung) und der Helm hat sich für immer von mir verabschiedet (Totalschaden). Liebe Kinder: Immer nur mit Helm fahren!!! Onkel Peter wäre ohne Helm plemplem geworden … Na ja, das führen wir jetzt nicht weiter aus. Tretroller kaputt, ich kaputt – nicht die besten Voraussetzungen für die letzten 600 km. Aber was soll’s – aufgeben, rumjammern oder mit dem Zug fahren hilft auch nichts. Einen Tag Pause in einem Hotel eingelegt und schon ging es weiter nach Thüringen und entlang der Saale, bis ich wieder auf den R 1 Radweg traf, der mich sicher nach Berlin gebracht hat. Alles etwas langsamer als gewohnt aber ohne weitere Schwierigkeiten. Der Grund für das späte Schreiben dieses letzten Blogs, ist allerdings nur bedingt eine Folge des Sturzes. Die Hand schmerzt immer noch, aber kurz nach meiner Ankunft musste mir ein Zahn gezogen werden, der kurz vor dem Explodieren war. Sündenfrei und zahnlos laufe ich derzeit mit bandagierter linker Hand durch Berlin und plane den nächsten Coup: Mit dem Fahrrad zum Nordkap und die Umrundung von Nord- und Ostsee in einer Saison www.bikehard.de.

Erkenntnis des Tages: Dein Leben ist eine Reise, deine Empfindungen sind deine Landkarte, dein Körper ist dein Fahrzeug. (Sébastien Foucan – Erfinder des Free-Running bzw. Parcour)

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2 thoughts on “Tag 179 bis 196 – Geschafft!

  1. Hallo Peter,
    erleichter lese ich Deinen „letzen“ Bericht und davon, dass es immer Pläne gibt.
    Komm erst einmal zu Hause an, dass wünsche ich Dir nach den Erlebnissen und vergiss schnell das Pech in der letzten Runde.
    Bis bald mal wieder online guten Abend sagt Andrea

  2. Hoi Peter,

    deine Rollertour ist eine beeindruckende Leistung, Respekt!
    Hast du mit Kostka über den gebrochenen Rahmen gesprochen? Ich denke solche Vorkommnisse sollten nicht die Regel sein, es würde mich interessieren was die dazu sagen.
    Erhol dich gut und viel Erfolg für dein nächstes Projekt!

    Christian

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